Dieser Leitfaden der TIB beschreibt die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis sowie den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten. Er legt verbindliche Standards für wissenschaftliches Arbeiten, Qualitätssicherung, Dokumentation, Publikation, Autorschaft, Vertraulichkeit und Archivierung fest und erläutert die Verfahren bei Verdachtsfällen und Konflikten.
Gute wissenschaftliche Praxis bedeutet, sorgfältig, ehrlich und nachvollziehbar zu arbeiten. Der Leitfaden der TIB legt fest, wie wissenschaftliches Arbeiten, Publizieren und der Umgang mit Fehlern oder Verdachtsfällen verantwortungsvoll gestaltet werden. Für alle Wissenschaftler:innen an der TIB gilt: Das eigene Handeln soll den Standards guter wissenschaftlicher Praxis entsprechen.
Ehrlichkeit und Sorgfalt: Ergebnisse sollen korrekt erhoben, geprüft und dokumentiert werden.
Nachvollziehbarkeit: Methoden, Daten, Software und Quellen müssen so beschrieben werden, dass andere die Arbeit verstehen und prüfen können.
Verantwortung im Team: Rollen, Aufgaben und Zuständigkeiten sollen klar sein.
Qualität vor Quantität: Nicht die Menge, sondern die Qualität wissenschaftlicher Arbeit steht im Vordergrund.
Offener und fairer Umgang: Bei Fragen oder Konflikten helfen die Ombudspersonen der TIB als vertrauliche Ansprechpersonen.
Schon bei der Planung eines Vorhabens soll der aktuelle Forschungsstand sorgfältig geprüft werden. Methoden müssen fachlich fundiert und nachvollziehbar sein. Ergebnisse, Daten und Materialien sollen vollständig dokumentiert werden, auch wenn sie die ursprüngliche Hypothese nicht stützen. Wenn Ergebnisse veröffentlicht werden, sollen sie transparent dargestellt und – soweit möglich – mit den zugrunde liegenden Daten, Materialien und Software verknüpft werden. Die TIB orientiert sich dabei auch an den FAIR-Prinzipien für Forschungsdaten.
Nur wer einen wesentlichen und selbstständigen Beitrag geleistet hat, soll als Autor:in genannt werden. Die Reihenfolge der Autor:innen soll frühzeitig und fair geklärt werden. Für die Wahl des Publikationsorgans gilt: Qualität, Sichtbarkeit und Seriosität sind wichtig. Auch Open-Access- und Repositorienlösungen können geeignet sein.
Wissenschaftliches Fehlverhalten liegt zum Beispiel vor bei erfundenen oder verfälschten Daten, Plagiaten, unberechtigter Autorschaft oder der Behinderung anderer Forschung. Verdachtsfälle werden vertraulich geprüft. Zuerst erfolgt eine Vorprüfung durch die Ombudsperson, danach kann eine förmliche Untersuchung folgen. Je nach Ergebnis sind Maßnahmen möglich, zum Beispiel eine Rüge, die Korrektur oder Rücknahme einer Veröffentlichung oder weitere rechtliche Schritte.
Gute wissenschaftliche Praxis heißt: ehrlich arbeiten, sauber dokumentieren, fair zusammenarbeiten und Verantwortung für Ergebnisse und Fehler übernehmen.